Archiv für den Monat: September 2015

Formel 1 Ruinen in Valencia

Über ein Jahr nachdem die Behörden bekannt gegeben haben, dass die Reste der millionenschweren Formel 1 Infrastruktur wiederverwertet und abgebaut werden, liegen die Materialien immer noch weiter verlassen in Valencias Stadtviertel Grao de Valencia und vergammeln bei Wind und Wetter.

 

Die Boxen, hunderte Sicherheitsbausteine, Verkehrsschilder, Absperrungen und sogar das Podium der Stadtstrecke Valencias verrotten im Hafenviertel von Valencia.

 

Die Rennstrecke in Valencia ist schon Teil der Städtischen Archäologie. Die 2.500 Sicherheitsabsperrungen, hunderte Kunststoffblöcke, das Podium, die Holzbrücke die über Start und Finish schwebte, tausende Reifen, mobile Verkehrsschilder und die ganze millionenschwere Infrastruktur die noch im Juni 2012 für die Formel 1 Veranstaltung benötigt wurde, verfällt ohne das die Stadt Valencia oder die Landesregierung der Communidad Valenciana etwas unternimmt.

Die Formel 1 und der Präsident Valencias

Die Aussage von Präsident Alberto Fabra, dass die Firma Ecclestone die Überreste abbauen und recyclen würde, als Ausgleich für die angehäuften Schulden des Events, insbesondere der Schutzwälle, ist in Vergessenheit geraten. Ein Jahr danach liegt alles noch genauso da wie vorher.

Nachdem letzten Rennen im Jahr 2012 wurde die ganze Infrastruktur für die Rennstrecke auf dem Gelände der PAI Grao gelagert, wo ein Teil der Rennstrecke lag. Der einzige Schutz der extrem teuren Infrastruktur besteht aus den vorhandenen Zäunen der PAI Grao Geländer, wo in Zukunft ein Stadtteil voller Hochhäuser und eine Grünzone entstehen soll, in der die Asphaltstrecke der ehemaligen Rennstrecke als Alleen und Straßen fungieren sollen; ein Plan der dadurch bis heute behindert wird.

Die Formel 1 und die Anwohner der Stadtviertel

Anwohner der angrenzenden Viertel Nazaret und Grao, die nach Versprechungen der Landesregierung die Fläche ganzjährig nutzen könnten, beharren darauf das die Absperrungen entfernt werden. So dass, die Fläche öffentlich nutzbar wird. Das Rathaus Valencias blieb auf diesem Ohr bisher aber taub und somit wird die Fläche weiterhin nur als Grab für die Formel 1-Überreste genutzt. 

Die Fußgängerbrücke „Cuc de Llum“ für die zwei Millionen Euro investiert wurden, ist einer der Paradebeispiele der Verschwendung in der F1 und für die Dekadenz des großen Events.

Die überdeckte Fußgängerbrücke über den Fluss Turia, mit Teakholzboden wurde einzig und alleine gebaut um dem Stadtviertel Nazaret Zugang zur Rennstrecke zu verschaffen. Sie verbindet die Stadtviertel Nazaret und Grao. Genutzt wurde sie insgesamt nur 15 Tage in 5 Jahren. Danach wurde Sie bis heute gesperrt. Auch der Widerstand der Bürger von Nazaret und Grao hat es bisher nicht geschafft, dass die teure Brücke weiter genutzt werden kann.

Die Formel 1 und ihr Aufwand

Für die Montage der Strecke wurden 2.800 Km Absperrungen aus Stahl, ca. 10 Km, mit einst genehmigten Betonteilen, die sich jetzt nutzlos auf der Strecke stapeln.

Ruinen der Formel 1 findet man auch am Hafen Marina Juan Carlos I; Boxen in Wert von 10 Millionen Euro verfallen tagtäglich weiter, tausende von Pflanzenkübeln, Blumenkästen, Bänke, Bordsteinkanten und mobile Betonblöcke für 5,8 Millionen Euro konstruiert liegen dort am Hafen herum.

 

Die sich drehende Brücke (vorher eine Zugbrücke der spanischen Bahn mit einem Wert von 14 Millionen Euro) ebenfalls eines der Symbole der Formel 1 in Valencia, die aus der Zeit des Americas Cup stammt und eigens vom Hafen versetzt worden ist, wofür man einen Spezial Schlepper aus Rotterdam benötigte und 11,3 Millionen Euro investiert hat um diese in die Rennstrecke zu integrieren steht jetzt ebenfalls ohne Nutzen da.

 

Die Vorhersage besser gesagt der Zweifel den der Rechnungshof der Communidad Valenciana im Jahr 2008, im Bezug auf die Refinanzierbarkeit der Investitionen in die Formel 1, äußerte haben sich damit bestätigt. Was eigentlich zu Nullkosten entstehen sollte, da es später in das neue Bauprojekt PAI der Grao eingesetzt werden sollte hat sich nicht gerechnet. Summa summarum hat das ganze Spektakel die Stadt Valencia 100 Millionen Euro gekostet. Fast 300 Millionen wenn man die Kosten, die Übertragungen und die Auflösung der Firma Valmor, die die Rechte am Rennen hatte mit einbezieht (und dabei 48 Millionen Euro an Eintrittsgeldern kassiert hat).